Die weiteren Tage bis zur Wahl verliefen ohne Zwischenfälle. Endlich war der Tag der Entscheidung dann auch gekommen. Von früh bis spät summte, fauchte, plätscherte und brummte es an den Wahlurnen. Jedes wahlberechtigte Tier wollte es sich nicht nehmen lassen, um die eigene Stimme abzugeben. Es war ihnen klar, nur wer seine Stimme auch wirklich abgibt, nimmt sein Mitspracherecht wahr. Voller Spannung wurde der Abend erwartet, doch es sollte noch bis spät in die Nacht dauern, bis das endgültige Wahlergebnis verkündet werden konnte. Wie schon bei der ersten Versammlung kamen alle Tiere zum Strand, um dort auf die Bekanntgabe des Ergebnisses zu warten.
Gegen
Mitternacht war es soweit. Wieder saß die Riesenschildkröte auf dem großen
Felsen. Ihre letzte Amtshandlung war die Verkündung des Ergebnisses. Ihre
Helferin, die kleine Landschildkröte, brachte ihr ein großes Palmblatt, auf dem
die Ergebnisse standen. „Es ist vollbracht“, begann die Riesenschildkröte.
„Meine Amtszeit ist mit dem heutigen Abend zuende. Ich freue mich, dass ich das
Zepter drei wundervollen Nachfolgern überreichen darf, die von nun an die
Geschickte des Tierreiches leiten.“ Es war still geworden, kein Tier gab einen
Laut von sich, sogar die Wellen am Ufer bemühten sich, nur leise zu rauschen.
„Mit Freude darf ich verkünden, dass die Ameise für die Tiere auf dem Festland
die Ansprechpartnerin ist. Außerdem bin ich sehr glücklich darüber, dass der
Papagei mit seinem Sprachtalent in Zukunft für alle Tiere der Luft zuständig
ist und dass der Hai seine Vision des sauberen Meeres hoffentlich gut in die
Tat umsetzen kann.“ Ein lauter Jubel kam auf. Die Tiere freuten sich für ihre
neue Regierung, sie ließen die Ameise so lange hochleben, bis dieser fast
schwindelig wurde, alle Vögel und Insekten stimmten in ein Summ-, Zwitscher-
und Krächzkonzert ein, während der Wal eine große Fontäne losließ, auf der der
Hai wieder und wieder in die Luft gewirbelt wurde – bis er nach Wasser dürstend
im Meer landete und von seinen zahlreichen Fans umringt wurde.
Das Fest ging bis in die frühen Morgenstunden. Die Giraffe
tanzte mit dem Löwen, die Anakonda war die Eisenbahn für alle kleineren Tiere
und auf dem Felsen spielte die Band der Tiere eine fetzige Nummer nach der
anderen – so lange, bis die Sonne aufging und alle Tiere glücklich und müde am
Strand, in den Bäumen oder im flachen Gewässer einschliefen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen