Donnerstag, 2. Mai 2024

Ein neues Team entsteht

 

Die weiteren Tage bis zur Wahl verliefen ohne Zwischenfälle. Endlich war der Tag der Entscheidung dann auch gekommen. Von früh bis spät summte, fauchte, plätscherte und brummte es an den Wahlurnen. Jedes wahlberechtigte Tier wollte es sich nicht nehmen lassen, um die eigene Stimme abzugeben. Es war ihnen klar, nur wer seine Stimme auch wirklich abgibt, nimmt sein Mitspracherecht wahr. Voller Spannung wurde der Abend erwartet, doch es sollte noch bis spät in die Nacht dauern, bis das endgültige Wahlergebnis verkündet werden konnte. Wie schon bei der ersten Versammlung kamen alle Tiere zum Strand, um dort auf die Bekanntgabe des Ergebnisses zu warten. 



Gegen Mitternacht war es soweit. Wieder saß die Riesenschildkröte auf dem großen Felsen. Ihre letzte Amtshandlung war die Verkündung des Ergebnisses. Ihre Helferin, die kleine Landschildkröte, brachte ihr ein großes Palmblatt, auf dem die Ergebnisse standen. „Es ist vollbracht“, begann die Riesenschildkröte. „Meine Amtszeit ist mit dem heutigen Abend zuende. Ich freue mich, dass ich das Zepter drei wundervollen Nachfolgern überreichen darf, die von nun an die Geschickte des Tierreiches leiten.“ Es war still geworden, kein Tier gab einen Laut von sich, sogar die Wellen am Ufer bemühten sich, nur leise zu rauschen. „Mit Freude darf ich verkünden, dass die Ameise für die Tiere auf dem Festland die Ansprechpartnerin ist. Außerdem bin ich sehr glücklich darüber, dass der Papagei mit seinem Sprachtalent in Zukunft für alle Tiere der Luft zuständig ist und dass der Hai seine Vision des sauberen Meeres hoffentlich gut in die Tat umsetzen kann.“ Ein lauter Jubel kam auf. Die Tiere freuten sich für ihre neue Regierung, sie ließen die Ameise so lange hochleben, bis dieser fast schwindelig wurde, alle Vögel und Insekten stimmten in ein Summ-, Zwitscher- und Krächzkonzert ein, während der Wal eine große Fontäne losließ, auf der der Hai wieder und wieder in die Luft gewirbelt wurde – bis er nach Wasser dürstend im Meer landete und von seinen zahlreichen Fans umringt wurde.

Das Fest ging bis in die frühen Morgenstunden. Die Giraffe tanzte mit dem Löwen, die Anakonda war die Eisenbahn für alle kleineren Tiere und auf dem Felsen spielte die Band der Tiere eine fetzige Nummer nach der anderen – so lange, bis die Sonne aufging und alle Tiere glücklich und müde am Strand, in den Bäumen oder im flachen Gewässer einschliefen.

Eine überraschende Wendung

 In der Nähe raschelte es im Gebüsch, doch vor lauter Ränkeschmieden fiel das den Hyänen gar nicht auf. Unbemerkt war der Papagei den Hyänen gefolgt, denn tief in seinem Inneren hatte er gespürt, dass mit denen nicht gut Kirschen essen war. Er saß auf einem Ast, gut verborgen zwischen den Blättern und hörte zu. Ihm war klar, dass er rasch handeln musste und dachte angestrengt nach. Die Hyänen würden nicht lange warten, bis sie zur Tat schritten, das war klar. Ungeduldig wartete der Papagei, bis die Hyänen ihre geheime Zusammenkunft endlich auflösten. Die letzten Worte hatte der Papagei nur undeutlich verstanden, nahm jedoch an, dass innerhalb der nächsten Tage mit dem Attentat zu rechnen war. Schließlich war es nun nur noch eine Woche bis zur entscheidenden Wahl. Als die Hyänen endlich verschwunden war, erhob sich der Papagei sofort in die Luft, um die Ameisen zu warnen.



Geschäftiges Treiben herrschte am Ameisenhaufen. Die kleinen, aber starken Insekten mühten sich ab, arbeiteten, trugen Essbares zum Hügel und der Boden war überfüllt von den kleinen schwarzen Krabblern. Als der Papagei mit weit ausgebreiteten Schwingen landete, erschraken sich die Ameisen gewaltig. „Erschreckt euch nicht“, sagte der Papagei. „Ich möchte euch warnen.“ Dann erzählte er vom fiesen Plan der Hyänen. Die einen Ameisen reagierten verstört, andere zuckten ängstlich zusammen, wieder andere wurden wütend. „Wir dürfen uns davon nicht ins Bockshorn jagen lassen“, bestimmte die Ameisenkönigin. „Wenn wir alle zusammenhalten, können wir den Hyänen ein Schnippchen schlagen.“ Gesagt, getan. Während ein Teil der Ameisenkolonie weiter dem Tagewerk nachgingen, versteckten sich andere unter Blättern, um die Umgebung genau zu beobachten. In der zweiten Nacht nach der Nachricht des Papageis war es soweit. Die kleine Ameise, die auch in der großen Besprechung der Tiere ihr Wort erhoben hatte, sah, wie sich ein dunkler Schatten dem Ameisenhügel näherte. Plötzlich war die Luft erfüllt von einem süßen Duft, der bis in alle Sinne vordrang. „Sie verteilt den Honig“, fuhr der Ameise durch den Kopf. Unbemerkt lief sie zum nächsten Blatt, unter dem sich eine weitere wachhabende Ameise versteckt hatte, und warnte sie. In Windeseile verteilte sich die Nachricht, dass die Hyänen ihre Falle vorbereitet hatten, im Ameisenhügel. Die Hyäne merkte nichts, sie war ganz und gar damit beschäftigt, den Köder zu verteilen. Mit einem Mal griffen die Ameisen an. Hunderttausende kleine Ameisen stürmten auf die Hyäne zu, bissen sie, zwickten sie und die Hyäne wusste gar nicht, wie ihr geschah. Es juckte und zwickte überall und heulend ergriff sie die Flucht. Doch sie kam nicht weit, denn im Umkreis des Ameisenhaufens hatten sich der Papagei und die Riesenschildkröte ebenfalls positioniert. Vom Gebrüll der Hyäne angelockt, waren in der Nähe weitere Tiere aufgewacht und tauchten verschlafen aus ihren Höhlen und Unterschlupfen auf. „Dein Plan ist nicht aufgegangen“, sagte die Riesenschildkröte. Verschämt blickte die Hyäne zu Boden. „Es kommt nicht darauf an, wie stark man ist“, sprach die Riesenschildkröte weiter. „Sondern darauf, dass man in schwierigen Situationen zusammenhält. Dann bezwingt man auch einen Gegner, der auf den ersten Blick viel stärker und gefährlicher aussieht.“ Die Hyäne sagte nichts. „Nun gut, dir ist hoffentlich klar, dass du nicht mehr für die Wahl kandidieren kannst.“ Erschrocken blickte die Hyäne hoch. „Stattdessen musst du einen Monat lang im Ameisenhügel helfen.“ Die Hyäne nickte und sah wieder betreten zu Boden. Sie sagte auch nichts, als einige Tiere sie in ihre Mitte nahmen und für den Rest der Nacht ins Höhlengefängnis brachten. Von ihren Freunden, den anderen Hyänen, war nichts mehr zu sehen. Die hatten sich wohlweislich schnell verzogen, um nicht auch noch für ihr Vergehen belangt zu werden.

Die Wahl nimmt Gestalt an

Ein Murmeln ging durch die Tiere. Wieder wurden Zwischenrufe laut. „Aber kann ein Landtier uns Wassertiere wirklich so gut vertreten?“, verschaffte sich die Forelle Gehör. Der Adler stimmt ihr zu: „Stimmt, mit der Riesenschildkröte waren bislang Land und Wasser abgedeckt. Schön wäre es aber auch, wenn man sich mehr für die Belange von uns Vögeln interessiert.“ Es begann zu summen und ein Bienenschwarm erhob sich. Umringt von ihrem Hofstaat meldete sich die Bienenkönigin zu Wort: „Meiner Meinung nach sollte auf uns auch Rücksicht genommen werden. Wir Bienen sind untrennbar mit dem Wachstum der Natur verbunden.“ Jetzt redeten wieder alle Tiere durcheinander, jeder wollte sich Gehör verschaffen und die Luft war erfüllt vom Brummen, Summen, Brüllen, Kreischen und Blubbern der vielen verschiedenen Arten. „Ruhe“, gebot die Riesenschildkröte. „Ihr habt alle Recht. Wir brauchen ein Dreigestirn, das die unterschiedlichen Bereiche abdeckt. In Zukunft soll ein Team aus drei Tieren, ein Landtier, eins aus der Luft und ein Wasserlebewesen, regieren.“ Die Zuhörer pflichteten diesem Vorschlag bei. Wenig später wurde die Versammlung aufgelöst und die Umsetzung der Pläne begann. Bis zur Wahl gab es viel zu tun.

In den folgenden Tagen war es ein sehr geschäftiges Treiben im Tierreich. Schließlich galt es vieles zu bedenken, Wahlurnen mussten geschaffen werden, Wahlbriefe verschickt und Wahlhelfer bestimmt werden. Alle Tiere der Luft sollten eine Wahlurne in den Wolken erhalten, auserwählt wurde Wolke Sieben. Die Stimmzettel aller geflügelten Tiere bestanden aus großen Ahornblättern. Für die Tiere auf dem Land sollte eine Fleischfressende Pflanze als Wahlurne dienen. Die Venusfliegenfalle platzte fast vor Stolz, wie einen Augapfel würde sie die Wählerstimmen, die in Form von Baumrinde in ihr bis zur Auszählung aufbewahrt werden sollten, hüten. Und kein Tier wäre so fahrlässig, die Klappfalle zu reizen.



Als Wahlurne für alle Wassertiere wurde die Riesenmuschel bestimmt. Ganz stolz war sie über die Aufgabe, die ihr zuteil werden sollte. Und auch sie schwor, die Stimmzettel in Form von Seerosenblättern erst am Ende des Wahltages freizugeben.

Und so sollten die Land-, die Luft- und die Wassertiere jeder ihren eigenen Abgeordneten wählen.

Immer mehr nahm auch der Wahlkampf seine Form an. Mit Feuereifer warben die potenziellen Kandidaten für ihr Programm. Inhaltlich gab es dabei viele Unterschiede. „Ich sorge dafür, dass keine anderen Tiere mehr in unser Land kommen“, tönte es von der Hyäne. „Unser Land ist für uns, wir wollen beispielsweise die Affen nicht bei uns haben, ihre Kultur passt nicht zu unserer.“

Ganz anders klang es bei der Ameise: „Ich wünsche mir, dass wir alle friedlich miteinander leben. Dass jeder seine Stärken mitbringt, Große und Kleine einander achten, jeder die Möglichkeit hat, das zu tun, was er möchte.“

Und so warben der Papagei für mehr Sprachen in den Tierschulen, die Wespen für mehr Süße im Leben, der Hund versprach weniger Zäune und die Abschaffung der Leinenpflicht, der Hai wollte eine bessere Wasserqualität durch das Anpflanzen von Wasserpflanzen erreichen und gleichzeitig den Schutz der Korallenriffe vorantreiben, die Giraffe befürwortete ein Freihandelsabkommen mit den Tigern, der Delfin setzte sich für eine Schutzzone des tierischen Nachwuchses ein. Der Löwe hingegen wollte ein Fitnessstudio für Großkatzen bauen, die Anakonda stellte Plakate zum Schutz des Regenwaldes auf, das Faultier versprach 50 Wochen Urlaub im Jahr, die Bienen wollten die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Flugtiere drosseln und angesichts des Lärmschutzes bei zu lauten Tieren einen Dämpfer einbauen lassen. Die Regenwürmer hingegen wollten durchsetzen, dass kein Tier nach dem Geschlecht beurteilt wird, sondern jedes Lebewesen neutral betrachtet wird.

Ehrgeizig verfolgte die Hyäne ihre Pläne. Sie wollte die Herrschaft zu Land an sich reißen. „Es kann nicht sein, dass uns ein Tier, das viel kleiner und schwächer ist, Befehle erteilt“, sagte sie zu ihren Artgenossen. Diese nickten zustimmend. „Stellt euch vor, die Ameise wird Vertreter der Landtiere. Das darf nicht passieren. Wir sind die wahren Könige“, stachelte die Hyäne die anderen an. „Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Ameise oder sonst jemand aus ihrer Familie zur Wahl aufstellt.“ Die Augen der Hyänen blitzten boshaft. Zu gerne schmiedeten sie Intrigen und wahren auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Flugs entstand auch ein Plan, wie sie den Ameisen den Garaus machen könnten. „Wir locken die Ameisen mit Honig von ihrem Ameisenhaufen weg. Und wenn sie ganz nah bei uns sind, dann zertrampeln wir sie einfach.“

Ein neuer Präsident fürs Tierreich

Müde hob die Schildkröte den Kopf. Sie lag auf einem Haufen Blätter, um es ein bisschen bequemer zu haben. Obgleich von Natur aus schon langsam und bedächtig, fühlte sie doch, dass ihre Zeit gekommen war. Mehr als 100 Jahre war die Riesenschildkröte bereits auf der Erde unterwegs. Seit 50 Jahren zog sie als Präsident die Fäden im Tierreich. „Kann ich dir etwas helfen?“, fragte eine kleinere Landschildkröte hilfsbereit. Sie schob der Riesenschildkröte ein paar frische Blätter hin. Doch diese schüttelte nur den Kopf: „Nein, danke. Aber du kannst mir auf andere Weise helfen.“ Die Landschildkröte nickte eifrig. „Ja, gerne.“ Aus den Augen der Riesenschildkröte blitzte es entschlossen. Mehrere Tage schon hatte sie nachgedacht und war nun bereit, ihren Entschluss mitzuteilen. „Bitte, rufe alle Tiere des Reiches zusammen, die Großen und die Kleinen, Tiere zu Land und zu Wasser. Ich muss euch allen etwas mitteilen.“ Eifrig nickte die Landschildkröte mit dem Kopf.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht im ganzen Tierreich. Die Präsidentin, die Riesenschildkröte, hatte alle Tiere zu einer Versammlung einberufen. Neugierig strömten die Tiere von Nah und Fern zur Wohnstätte der Präsidentin. Aus allen Winkeln krabbelte, flog, schwamm und lief es zu der Meerenge, an der die Riesenschildkröte lebte. Was wollte sie wohl mitteilen?

Dicht gedrängt standen die Tiere am Ufer. Im seichten Wasser schwammen die Fische hin und her, weiter draußen zogen Wale, Delfine und Haie ihre Bahnen, vorwitzige Krebse krabbelten im Sand. Am Strand selbst standen Elefanten neben Antilopen, Katzen beäugten misstrauisch die vielen Hunde, Mäuse und Maulwürfe lugten aus Löchern hervor. Man musste aufpassen, wo man hintrat, Schlangen schlängelten sich, kleine Käfer wichen den vielen Pfoten, Hufen und anderen Gefahrenquellen aus und in der Luft summte, zwitscherte und krähte es. Es war ein heilloses Durcheinander an Farben, Formen, Größen und Geräuschen.

Mühsam erklomm die Riesenschildkröte einen großen Felsen. Oben angekommen, richtete sie den Blick auf das tierische Treiben. Würdevoll erhob sie den Kopf. Mit einem Schlag wurde es leise. Wie gebannt starrten die Tiere auf ihre Präsidentin.



„Ich bin alt geworden“, begann die Riesenschildkröte. „Viele Jahre schon bin ich eure Präsidentin und sorge mich um euer Wohlergehen. Doch langsam spüre ich, dass meine Zeit gekommen ist, die Geschicke des Tierreiches in andere Hände zu legen.“

Kein Laut war zunächst zu hören. Es schien, als müssten die Tiere diese ungeheuerliche Nachricht erst einmal verdauen. Doch dann brach ein Sturm hervor. Alle Tiere schrien, meckerten, krächzten und fauchten, Erstaunen mischte sich mit Ratlosigkeit und Überraschung. Doch auch andere Blicke wurden zwischen den Tieren gewechselt. In den Gesichtern der Hyänen kam Berechnung auf, Stolz funkelte in den Augen der Löwen, Neugierde war in der Haltung der Anakonda zu sehen. Das Stimmengewirr war ohrenbetäubend. Doch endlich schaffte es die kleine Landschildkröte, sich Gehör zu verschaffen. Sie war ebenfalls auf den Felsen neben die Riesenschildkröte gekrabbelt und rief laut und deutlich: „Und wer wird der Nachfolger? Wir brauchen doch einen Präsidenten!“ Wieder wurde alles still. Doch wieder nur für kurze Zeit, denn wieder versuchte ein Tier, das andere zu übertonen. „Mich nennt man auch den König der Tiere“, brüllte der Löwe. „Ich bin der rechtmäßige Nachfolger.“ „Nein“, widersprach der Gepard. „Ein neuer Präsident sollte schnell und furchtlos sein. Ich bin dafür, dass wir ein Wettrennen machen. Der Schnellste gewinnt.“ Die Hyäne unterbrach den Gepard. „Wir brauchen einen Präsidenten, der auch mit List und Tücke vorangeht.“ Das Faultier winkte ab. „Wozu brauchen wir überhaupt einen Präsidenten? Ich habe keine Lust mehr, mir von irgendjemandem vorschreiben zu lassen, was ich zu tun habe. Ich möchte mich nicht mehr an Regeln halten“, verkündete das Faultier.

Und so schrien alle durcheinander. Doch plötzlich durchdrang eine leise, aber doch auch mutige Stimme das Gewirr. „Was haben wir von einem Präsidenten, der stark und schnell ist? Was haben wir von einem Präsidenten, der nur auf das eigene Wohlergehen achtet?“, fragte die Ameise. „Muss ein Präsident nicht auch weise Entscheidungen treffen, die uns durch schwere Zeiten führen? Denkt doch an die große Dürre zurück, die unsere Welt vor einigen Jahren heimgesucht hat. Nur durch unser Miteinander sind wir nicht verdurstet. Die Elefanten haben Steine für den Brunnenbau getragen, die Maulwürfe haben die Löcher für die Brunnen gegraben, die Bienen haben uns mit Nahrung versorgt. Und so hat jedes Tier seinen Teil dazu beigetragen, dass wir weiterleben dürfen.“ Höhnisch lachten die Hyänen auf. „Genau, und weil ein Teil des Landes vertrocknet ist, müssen wir unsere Brunnen hier nun mit anderen teilen.“ Die Riesenschildkröte hatte lange geschwiegen, doch jetzt hob sie wieder den Kopf. „Seid ruhig“, forderte sie die Hyänen sanft, aber bestimmt, auf. „Die Ameise hat recht. Nur wenn alle zusammenhalten, klappt unser Miteinander.“ Die übrigen Tiere nickten zustimmend. „Ja, ein neuer Präsident muss uns alle überzeugen können, uns alle vereinen“, dröhnte die Stimme des Blauwales vom offenen Meer zum Strand hin und bewegte seine Schwanzflosse so sehr, dass eine große Welle auf den Strand schwappte. Einige Tiere wurden dabei nass, kichernd begannen die Jungtiere am Strand eine Wasserschlacht am seichten Ufer, während die älteren Tiere erschrocken zur Seite sprangen.

„Ruhe“, gebot die Riesenschildkröte dem Treiben am Strand Einhalt. „So ist es entschieden: der künftige Präsident muss uns alle überzeugen können. Potentielle Kandidaten sollen ab morgen für sich werben dürfen, die Wahl selbst wird heute in zwei Wochen stattfinden. Jeder Wähler hat eine Stimme, es gibt Wahllokale zu Land, zu Wasser und in der Luft.“

Ein neues Team entsteht

  Die weiteren Tage bis zur Wahl verliefen ohne Zwischenfälle. Endlich war der Tag der Entscheidung dann auch gekommen. Von früh bis spät su...